HANSUELI STETTLER

Tunnelunfälle sind - wie im Hauptartikel erwähnt und begründet - an Orten mit Sendern sehr häufig. Sender strahlen innerhalb eines engen Raums, häufig mit Reflexionen an Wänden und am in gleicher Richtung fahrenden Verkehr, z.B. an Flanken von Bussen und LKWs - in Gegenverkehrstunnels auch an deren senkrechten Frontscheiben.

Die entsprechende Tabelle wird mit Stand per Ende 2022 dargestellt:

Einer der jüngsten Unfälle in der Ausgangskurve des Seelisbergtunnel

Die folgende Liste führt aktuelle Unfälle zuoberst auf; für ältere Unfälle nach unten scrollen.

Tabelle zu Tunnelunfall – Funksender als Störfaktoren

Spontane Vollgasfahrten

Pedal-Verwechslungs-Unfälle nennt die Polizei Fahrten in Schaufenster, Garagenwände, quer über Parkplätze – sie sind eindeutig mit hohen Funkbelastungen korreliert. Strahlung von Sendeantennen jeden Kalibers ist eine offenbar notwendige Voraussetzung für dieses auf neuromotorischen Fehlschaltungen beruhende Verhalten. Bei Gewichtung des Alters der Verunfallten wird es vermutlich zur hinreichenden Voraussetzung für dieses auffällige Fehlverhalten.

Eine interessante Ergänzung liefert die funktechnische Erklärung des in Deutschland bekannten Hamburger «Waitzstrassen-Rätsels»: die dortigen extrem häufigen Pedal-Verwechslungsunfälle älterer Lenker in die Schaufenster der Einkaufsstrasse können auf ihre Exposition zu zwei Sendern in Fahrrichtung links zurückgeführt werden.
Mehr unter diesem Link.

Tabelle zu Kontrollverlust – Pedalverwechseln – Vollgasfahrt

Die ersten adaptiven 5G-Sender (gross) wurden im Herbst 2019 installiert. Die Entwicklung der Stürze von Zweiradfahrern und Fussgängern - ohne weitere Einwirkung - seither ist eindrücklich. Der Ablauf solcher Stürze erfolgt typischerweise beim Auftauchen aus einem Gebäude- oder Waldschatten und Einfahren in einen Hauptsendestrahl. Stürze können nicht nur im Verkehrsgeschehen, sondern auch bei der Arbeit passieren. Durch die polizeiliche Berichterstattung lassen sich solche Lokalitäten mit den gleichen Instrumenten auf das Vorliegen starker Felder von gepulster Strahlung untersuchen.So sind allein im Winter 2021/2022 mehrere Arbeitsunfälle von Monteuren an Seilbahnen mit 5G-Sendern aufgetreten, was eine sehr starke Zunahme gegenüber früher bedeutet. Die Strahlung dieser Sender verläuft in der Regel in die Richtung des Bahnverlaufs.

Weiterlesen: Stürze von Zweiradfahrern in der Schweiz seit Einführung von 5G Sendern

"Medizinische Unfälle", also Herz-Kreislauf-Probleme und epileptische Anfälle, ereignen sich sozusagen ausschliesslich in Umgebungen mit hoher Belastung durch Funkstrahlung. Bei einem kleinen Anteil auch kombiniert mit elektrogmagnetischen Feldern von Stromleitungen. Während Stromleitungen in unserer Umwelt einen einigermassen stabilen Bestand haben, ist die Zunahme der Belastung durch Funksender, aber auch durch vermehrte Quellen im Fahrzeug aber exponentiell.

Wie sich dies auf das Fahrverhalten und unsere Physis auswirkt, wird im Hauptbeitrag umschrieben.

Weiterlesen: Medizinische Unfälle und die Einführung von 5G Sendern

In der Schweiz werden Ende November 2022 bereits 1016 5G-Sender mit grossen Leistungen betrieben.

Die geltenden Gesetze zum Schutz vor Strahlung lassen aufgrund der geltenden Grenzwerte den Betrieb von 5G mit grossen Leistungen eigentlich gar nicht zu. Es interessiert die Öffentlichkeit deshalb sehr, wie sich die Lage seit dem Herbst 2021 entwickelte, wo die drei Betreiber gemeinsam diese Technologie mit den vollen Leistungen ausgerollt haben. Sie können sich übrigens nur auf eine bundesrätliche Verordnung stützen, die aktuell von rund 18 hängigen Verfahren vor Bundesgericht bestritten wird. Diese Verfahren warten teilweise bereits sehr lange auf ein Urteil des höchsten Gerichts.

Weiterlesen: Mehr als 1000 5G-gross Sender  

Diese Analysen sind aufgrund von (zufälligen?) Internet-Meldungen (speziell spektakuläre oder auffällige Abläufe, gravierende Ereignisse) aufgenommen worden und mit den gleichen Analyseinstrumenten wie die der Hauptuntersuchung bearbeitet worden (Aufsuchen mit google-earth, google-street-view, abgleichen mit Senderkarten (wo zugänglich) sowie  weitere Recherchen.

Sie zeigen deutlich, dass das Problem von störenden Einflüssen von Elektrosmog sehr wohl auch andernorts vorkommt. Und sie zeigen auch, dass diese Analysetools international angewendet werden können.

D Hamburg Waitzstrasse D Geschäftsstrase 28 Rentnerunfälle in Schaufenster ab 2005 Pedalverwechseln...Vollgas PDF
AT Salzburg AT Alpenstrasse 107, M 60 fährt in Gartenrestaurand 22.08.2022 med.Problem, 4 Sender PDF
I Grosseto Italien S 152, Infarkt m 82, gestorben, Gegenspur 14.07.2022 in grosse Velofahrergruppe, 3 gest PDF
AT St.Florian, AT In Fussgängergruppe geprallt, m 87 11.07.2021 Vollgas in Mauerecke 2 Sender PDF
AT Arlbergtunnel AT Älterer Fahrer gerät auf Gegenspur 07.01.2018 Frontalkollision bei Sender PDF
BE Brecht BE  Autobahneinfahrt 03.09.2017 Geisterfahrer, Frontalkollision PDF
CN Ankang CN  Bus Auffahrkollison 11.08.2017 Einschlafunfall vor Tunneleingang PDF
DE Lotstetten DE Grabenstrasse ,  m Auto,  quer über Wiesen 10.07.2021 Auf  Bahngleis, med.Problem PDF
DE Essen DE  Frohnhauser Strasse 29.03.2021 81-Jährige fährt in belebte Haltestelle PDF
DE Calden DE  LKW in Bus 27.08.2018 LKW-fahrer med Problem PDF
DE Eberbach DE Schul-Bus in Gebäude 16.01.2018 ev. med.Pr.48 Verletz PDF
DE Garmisch-Partenkirchen DE  Kandahar-Abfahrt 25.01.2019 Infarkt Funktionär in Gondelbahn   PDF
DE Hamburg-Eppendorf DE  Lehmweg, Vollgas 12.03.2012 Epileptiker in 6 FG PDF
DE Friedrichshafen DE Strand westlich, Badeanstalt 09.07.2020 SUP-Paddler ertrinkt mit Infarkt. PDF
DE Münchberg DE  Bus in LKW 03.07.2017 Sekundenschlaf PDF
DE Berlin DE Invalidensstrasse/Ackerstrasse 06.09.2019 Porsche in Fussgänger, Epileptiker PDF
DE Haldesleben DE 2 Infarkte 1 Schwerverletzter bei Hermes-Lieferdienst 14.10.2019 3 zeitgleiche Internistische Notfälle PDF
DE Solingen DE  LKW in Bus 28.09.2018 med. Problem PDF
DE Vöhrenbach DE Friedrichstrasse, Einschlafunfall 11.06.2018 90-jähriger in Doppelstöcker-Bus PDF
ES Barcelona-Francia ES  Vorortszug nicht gebremst in Puffer 28.07.2018 Zug Totalsch, viele Verletzte PDF
FR Châtel Haute Savoye FR Skilift, bewusstlos angekommen 21.02.2019 6 jährige Skifahrerin in Bergstation PDF
FR Cahors FR Altstadt 29.11.2017 Herzinfarkt mit 64 PDF
FR Saint Die FR Route d'Alsace, Altstadt 05.12.2017 Herzinfarkt, verstorben PDF
IT Dorgali, Sardegna   Kreuzung, Einschlafunfall Motorrad 16.09.2019 2 Schweizer auf Motorrad PDF
IT Verona IT Montsignor Carrara 04.09.2018 Herzinfarkt älterer Fahrer PDF
JP Tokyo JP Ikeburo Train Station 16.08.2015 Epileptiker fährt in Laden PDF
CN Yeongdong KR Auffahrunfall vor Tunnel 18.07.2016 4 Tote, 37 Verletzte PDF
SK Podkalksa-Boril SK Einschlafunfall an Tunnelportal
14.02.2019 Vor/an/in Tunnelportal geschleudert
PDF
US Tobyhanna US Einschlafunfall LKW 02.06.2016 Neben Militärgelände / Radaranlagen PDF
GB Norfolk GB W.G.Sebald stirbt bei Frontalkollision 14.12.2001 Kollisionsgegner mit Infarkt in Kurve PDF
US Great Falls USA Cabrio MB - Frau mit Kindern rammt 12.10.2017 teuren roten Ferrari  PDF
PT Canico, Madeira PT Bus in Kurve abgestü 18.04.2019 Einschlafunfall 29 Tote PDF
US Palm Springs USA Auffahrunfall Bus LKW 24.04.2019 Nacht, Windpark, HS PDF
DE Forth DE Gegenspur, Gebäude 24.04.2019 "Internistisches" Problem PDF
AT St.Michael im  Lungau AT Tauernautobahn Busfahrer ohnmächtig 10.01.2020 Reiseleiterin rettet während der Fahrt PDF
DE München DE Opernplatz 27.04.2015 Epileptiker fährt in Fussgängergruppe PDF
DE Rottweil DE  Duttenhofer Strasse 12.08.2017 Radfahrer in Kurve abgestürzt T PDF
JP Kyoto JP  Shijo street / Yamato Ooji 13.04.2019 Epileptiker über Kreuzung PDF
IT Verona IT  Bus rechts an Pfeiler 20.01.2017 Einschlafunfall, brennt aus. 16 Tote PDF
DE Leipzig DE  Berlin-München, auf A9 eingeschlafen 19.05.2019 Flixbus kippt re in Leitplanke  1 T PDF

Häufige Fragen zur Studie

Warum hat das bisher niemand untersucht?

Elektrosmog ist in seinen Dimensionen und in den Wirkungen auf Menschen in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Im unlängst publizierten europäischen Standartwerk der Unfallanalyse kommt ein solches Stichwort gar nicht vor.

Über Unfälle wird gesamthaft gesehen sehr kleinräumig berichtet, von den ganz grossen Ereignissen einmal abgesehen. Und wenn sie mal vergessen sind, wird auch kaum mehr daran gedacht, die nachträglichen Beurteilungen in einen grösseren Zusammenhang zu bringen.

Weiterlesen: FAQ zur Untersuchung Elektrosmog im Verkehr

 

Sekundenschlaf – Pedal verwechseln – Black-out

Annäherung an ein wachsendes Phänomen im Unfallgeschehen der Schweiz

Diese Studie beobachtet und dokumentiert Zusammenhänge von Elektrosmog im Unfallgeschehen der Schweiz in einem Zeitraum von 2013 bis 2018.

Elektrosmog im Strassenverkehr

Eine bisher im vorliegenden Umfang nicht systematisch analysierte Quelle von Unfällen ist offenbar Elektrosmog. Diese Studie beleuchtet die Zusammenhänge von Fahrfähigkeit und Unfallgeschehen in der Schweiz erstmals in dieser Breite unter Einbezug von nicht sichtbaren Umwelteinflüssen. Es zeigte sich ein starker und vermutlich grösser werdender Einfluss von Funksendern und Stromtransportleitungen auf das Unfallgeschehen, vor allem von älteren Fahrerinnen und Fahrern und von Chauffeuren des Transportgewerbes in kritischen Phasen.
Diese intensive Beziehung lässt sich bei den polizeilich bereits als «medizinisch» erkannten Unfällen belegen. Auch Unfälle älterer Fahrer und das sogenannte «Pedale verwechseln» kommen fast ausschliesslich bei hoher Funkbelastung vor. Ungeschützte Verkehrsteilnehmer verunfallen eher im Nahbereich von Sendern. Kollisionen in Tunnels ereignen sich überwiegend im 100m Bereich von Sendeanlagen.
Die hier vorliegenden Zahlen weisen auf einen bisher unerkannten Anteil von Elektrosmog aus Stromtransportleitungen und Funksendern von 12 % am gesamten Unfallgeschehen hin, die Dunkelziffer ist noch nicht eigerechnet.

Die analysierten Fälle dieser umfangreichen Dokumentation können hier abgerufen werden.

Diese Untersuchung zeigt aber auch die Problematik der gängigen Dokumentationspraxis und der weitestgehend unbekannten und unzugänglichen nachträglichen Beurteilung von Unfällen auf.

Weiterlesen: Die Rolle von Elektrosmog im Unfallgeschehen der Schweiz

Eine Erklärung für Verkehrs-Unfälle mit völlig unklaren Ursachen - wie plötzliche Lenkbewegungen und Einschlafen am hellen Tag. Elektrosmog von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern kann - lokal konzentriert - zu spontaner "Fahrunfähigkeit" beitragen. Solche Unfälle werden ab und zu auch von den Polizeiorganen als "medizinsche Ursache" geführt, häufig aber einfach als unerklärliche Probleme der älteren Fahrer abgehakt. Dass auch jüngere LenkerInnen betroffen sein können, ist eindeutig und gravierend: Der Fahrer, welche in Dürrenäsch einen Tag vor Weihnachten eine Mutter mit Kindern angefahren hat, war 34...

Weiterlesen: Video-Vortrag: Funksender und Hochspannungsleitungen als Auslöser von Verkehrsunfällen

Tabelle Kontrollgruppe 2 Wochen alle gemeldeten und lokalisierbaren Unfälle in der Schweiz und Funksenderdistanzen, 15.6.2016

Die durchschnittliche Distanz zu Funksendern beträgt mit aktualisiertem Stand Mai 2017 demgegenüber bei:

- Kontrollgruppe "alle gemeldeten CH Unfälle 2 Wochen" , Mai 2016:    515 m (bei 143 ausgewerteten Unfällen)

- "Medizinisches Problem-Unfälle"                                                           272 m (bei 180 ausgewerteten Unfällen)

- "Altersfahrer (70+)-Unfälle"                                                                    291 m (bei 290 ausgewerteten Unfällen)

-  "Berufsfahrer-Unfälle"                                                                           253m (bei 153 ausgewerteten Unfällen)

Aus funktechnischer Sicht sind die Unfälle der Kontrollgruppe in sehr viel grösserer Distanz zu Sendern, was einen Einfluss signifikant verringert. Im Lauf der Untersuchung reduzieren sich die Abstände der drei letzten Gruppen tendenziell: die Wahrnehmung wird genauer, und die Anzahl der untersuchten Unfälle steigt - die Relevanz nimmt eher zu.

Zudem sind mehrere Unfälle der Kontrollgruppe (mit Distanzen um 200  m) mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls "medizinische Probleme", d.h. Absenzen (Les-Hauts-Geneveys, 20.5.16) - einer davon ein spontaner Todesfall auf einem Motorfahrrad (Rotkreuz, 27.5.16) - eine Querung unter tiefliegender Hochspannungsleitung (Birmensdorf, 28.5.16) mit unmittelbar darauf folgendem Herzinfarkt, eine Kollision auf einer elektromagnetisch hoch belasteten Kreuzung (Rothenbrunnen, 17.5.16), ein weiterer Velofahrer-Sturz.

 

Resultate Kontrollgruppe:

kontrollgruppe strassenverkehrsunfaelle resultate

Tabelle: Altersfahrer-Unfälle im Strassenverkehr, Stand: 20.9.17

Ein "Altersfahrer" wird definiert als ein Automobilist oder eine Automobilistin über 70.

Ein überwiegender Teil der Unfälle findet tagsüber und bei guten äusseren Bedingungen statt.

Eine mögliche Ursache könnten bisher unerkannte epileptische Anfälle sein, die von Funksendern ausgelöst werden.

Resultate

altersunfälle 9.17 statistik

altersunfälle 9.17 grafik

Interpretation: ältere LenkerInnen fahren nur selten in der Nacht.  Zwei akzentuierte Unfallspitzen zwischen 10 und 12 und 14-17.00 zeigen auf, zu welchen Zeiten sie unterwegs sind. Das Maximum zwischen16 und 17 Uhr könnte auf höheres Verkehrsaufkommen, mehr Stress und im Tagesverlauf abnehmende Form hinweisen.

Aktualisiert: 20.9.17

Medizinische Problemeelektrosmog im strassenverkehr

Eine Wissenslücke, die es zu schliessen gilt

Das Wissen über Effekte der in unserem Lebensraum vorhandenen elektromagnetischen Felder ist in der Bevölkerung nicht sehr verbreitet. Hochspannungsleitungen führen unter anderem zu Krebs (IARC, 2001). Noch weniger weiss man als Laie über die mittlerweile äusserst stark verbreitete hochfrequente Strahlung. Ein Schulfach dazu gibt es leider noch nicht...

Die Behörden wie BAG und BAKOM informieren uns nicht umfassend genug, sie sind auch heute noch befangen - als Eigentümer von Funkbetreibern wie der Swisscom, der SBB und des Polycom-Systems; bei Hochspannungsleitungen auch die Kantone als Aktionäre der Stromerzeuger und eine grosse Zahl der in das System integrierten lokalen Stromnetzbetreiber. Die Behörden sind entweder nicht informiert, wollen sich nicht informieren, und führen Scheinargumente (ein Auto sei ein faraday'scher Käfig ohne Strahlungseinflüsse in der Kabine) ins Feld, wie es der BAG-Chef Paul Steffen hier als Antwort auf meine Eingabe der  vorliegenden Studie an alle Bundesämter tat.  Denkbar ist leider auch, dass sie ihr kritisches Wissen nicht nutzen dürfen - und werden gerne von uninformierten, aber prominenten Leuten wie der ehemaligen Bundesrätin Leuthard noch genasführt...  Die Swissgrid als nationale Stromnetzbetreiberin sorgt zudem mit einem umfangreichen (27 köpfigen, Januar 17)  Verwaltungsrat, dass alle Regionen etwas involviert sind und ein bisschen mitreden dürfen....

Weiterlesen: Elektrosmog im Verkehr – eine stark unterschätzte Unfallursache

Ausgehend von langjährigen Fallbeobachtungen wurden die Kriterien zur Dokumentation in einer umfassenden Erhebung definiert. Es werden Unfälle im Schweizer Strassennetz analysiert und einheitlich dokumentiert. Um Artefakte auszuschliessen, wird als Informationsquelle nur auf die polizeilich erstellten, öffentlich zugänglichen Rapporte abgestützt. Die Unfallaufnahme ist generell schweizweit einheitlich und nach Vorgaben durch das ASTRA organisiert. Es kann auch ausgeschlossen werden, dass durch die Selektion via Polizeimeldungen ein spezifischer Filter hinzu kommt, weil hunderte Polizisten und dutzende polizeiliche Medienverantwortliche täglich nach ihren jeweiligen Kriterien eine Mischung von Unfallberichten erstellen. Da das Thema der „älteren Fahrer“ gesellschaftlich einigermassen thematisiert ist, werden solche Unfälle sicher nicht stärker ausgeschieden als andere.

Methode der Kumulation von detailliert analysierten und aus umweltökologischer Sicht erklärten Unfällen, in den drei Sektoren:

  • Altersfahrer (70+)
  • Unfall mit medizinischer Ursache (polizeilich definiert, auch Sekundenschlaf, Absenz)
  • Berufsfahrer (Lenker von LKW, Busse des ÖV, Schiffsführer)

Und als Kontrollgruppe die Gegenüberstellung mit dem Unfallgeschehen mit den gleichen Erhebungstools:

  • 2 Wochen CH-Unfallmeldungen der Kantonspolizeien.

Es wird somit eine systematische und sehr umfassende Einzelfall-Analyse vorgenommen.

Ein Dokument pro Unfallereignis zeigt die an der Unfallstelle vorhandenen Hochspannungsleitungen (elektromagnetische) und Funksender (hochfrequente) Felder. Dieses Dokument wird mit der BAKOM-Karte und Google-Earth sowie Google Street View ergänzt. Die Bakom-Karte dient der Zuordnung der Anlagen und Distanzen, Google Street View dem Erkenntnisgewinn über die Art der vorher zurückgelegten Strecke und der Frage des Vorhandenseins von Antennen (viele nicht vermerkte Standorte von Polycom und Betriebsfunk-Anlagen) und deren Senderichtungen. Google Earth zeigt – wie in den Polizeirapporten – die Unfallentstehung im Gelände.

Die Abschätzung, wie relevant die Summierung dieser Einzelfälle für die gewählten Kategorien ist, wird anhand der analogen Kontrollgruppen-Analyse (143 Unfälle vom 14.5.-28.5.2016) vorgenommen.

Die Verhältnisse beim Auftreffen von Funkstrahlung auf den Boden entspricht etwa der folgenden Darstellung:Strahlungsbild Sender. Hauptstrahl nach 150 250 m auf Boden auftreffend

Bild: BAKOM.    

Die für den Empfang von Funksignalen gewünschte hohe Strahlung befindet sich in einem Bereich von 150 bis 450 m.

Je nach Senderleistung und Distanz zum Sender sind ebenso hohe lokale Belastungen bei sogenannten Mikrozellen möglich:

Kleinsender im Strassenraum

Bild:  Bakom

Wenn der Sender aufgrund topografischer Verhältnisse (z.B. ansteigende Strassen) waagrecht in ein Fahrzeug strahlt, steigt dort die vom Körper absorbierte Strahlung stark an. Aus diesem Grund wird jeder erfasste Unfall mit einer eindeutigen Senderzuordnung im Unfallareal und den zugehörigen Sender-Fotos dokumentiert.

Ein direkter Nachweis einer spontanen Wirkung von elektromagnetischen Feldern ist zurzeit noch schwierig

  • Es sind an jeder untersuchten Unfallstelle jeweils tausende Verkehrsteilnehmer gefahren, ohne einen Unfall erlitten zu haben.
  • Ein Aufsuchen von Unfallschwerpunkten aufgrund der Unfallkarte, die Unfälle seit 2011 listet, ist aufgrund der geringen lokalen Fallzahlen erst in wenigen Fällen erfolgreich.
  • Es besteht zudem keine Analyse von Fahrerkategorien in Bezug auf die interessierenden Einflüsse von Funk- und elektromagnetischen Feldern.
  • Unfälle, die als Ausserordentliche Todesfälle (AOT) eingestuft wurden, fallen sogar komplett aus den lokalisierenden polizeilichen und ASTRA-Statistiken.
  • Persönliche Daten sind geschützt, eine individuelle Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen ist in der Regel nicht möglich. (Eine Ausnahme ist stellt der verunglückte belgische Chauffeur von Siders dar, seine medikamentöse Behandlung (Paracetamol enthaltendes Herzmedikament, mögliche Nebenwirkung: Schwindel) ist öffentlich geworden.

Die Definition von Risikogebieten ist erschwert

  • Es existiert keine öffentlich zugängliche Karte mit geometrisch erkennbaren Belastungswinkeln von Funksendern.
  • Funksender sind abhängig von ihrem direkten, aber auch vom reflektierten Einstrahlwinkel wirksam. Die „Senderstärke“ gemäss BAKOM ist unter Umständen eher sekundär.
  • Es existiert keine öffentlich zugängliche Karte mit dem Netz der Hochspannungs-Übertragungsleitungen. Die im zugänglichen amtlichen Geosystem vermerkten Leitungen sind nach meiner Einschätzung nur etwa die Hälfte der wirksamen Leitungen. Mit google street-view werden die übrigen – auch in ihrer entscheidenden Nähe zum Boden - meist sichtbar.

Unterschätzung des Effekts aus Elektrosmg

Die kontinuierliche Verbesserung der Fahrzeuge und der Ausbildung, die verschärften Kontrollen und Sanktionen, die sozialen Veränderungen (Integration von Migranten über die Jahre) führen ihrerseits zu einer kontinuierlichen Abnahme von Unfällen im Strassenverkehr.

Niemand kann allerdings beziffern, welche Verbesserungen wir erreicht hätten, wenn nicht in den letzten 15 Jahren 16.000 Sendeanlagen mit vorsichtig geschätzten 80.000 Sendern aller Leistungskategorien dazugekommen wären.

Niemand kann heute belegen, dass im Rahmen des immer hektischeren europäischen Stromhandels die Phasenoptimierung der Hochspannungs-Leitungen immer sauber eingestellt wird – nicht phasen-optimierte Trassen haben ein sehr viel stärkeres gesundheitsschädliches Magnetfeld, also einen grösseren Effekt auf Menschen, die darunter zirkulieren.

elektro verkehr 0jpg Seite 14b

Unfälle im Strassenverkehr haben einerseits eine sehr breite, anerkannte Palette von Ursachen, die jeweils durch die polizeiliche Erhebung zuverlässig abgedeckt wird. Trotzdem: es wird vermutlich nur deskriptiv an der Oberfläche gekratzt: wer kann wirklich sagen, warum ein „Missachten des Vortritts“ oder eine „Mangelhafte Bedienung des Fahrzeugs“ wirklich eingetreten ist? Wer kennt die wahren Ursachen eines „medizinischen Grundes“ für eine Leitplankenberührung auf der Autobahn? Wer kennt die Folgen bestimmter Medikationen und - Kombinationen auf die Fahreignung älterer Menschen?

Wer weiss denn, warum eine Rentnerin – wie am 14. Juli 2014 in Kreuzlingen geschehen – direkt in den Tankstellenshop hineinfährt, ohne nach dem Tanken eine Links-Kurve wie immer zu fahren?  Bekannt wird hingegen: sie wartete - bei offenem Fenster - auf ihren Mitfahrer, und eine Antenne in 200m seitlich links, Winkel von 45° bestrahlte sie über längere Zeit.

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Hinweis zur Datenlage

Leider sind mehrere Kantone aufgrund ihrer Meldestruktur und Gesetze nicht umfassend vertreten, andere lieferten dafür meist sehr brauchbare Angaben, einzelne verlangten für die Ergänzung unvollständiger Angaben ein Bearbeitungshonorar. Diese Situation sollte für die Weiterführung der Forschung vereinheitlicht werden.

elektro verkehr 0jpg Seite 12

Die bisher bearbeiteten - im Sommer 2017 bereits über tausend - Einzelfälle geben in ihrer Gesamtheit sehr wohl ein stimmiges Bild:

Es besteht mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Einfluss von Funksendern auf das Unfallgeschehen.
Dass kein Einfluss bestehen kann, ist sicher falsch.

 

Zum besseren Verständnis werde ich einzelne Fälle auch dokumentieren und nach Möglichkeit mit Filmen illustrieren.

Der erste dargestellte Fall ist ein Unfall auf einer RhB-Haltestelle in Landquart-Ried. Einem jüngeren Mann wird nach dem Lösen des Tickets schwindlig, er stürzt vom schmalen Perron direkt vor den einfahrenden Zug. Der Passagier hat einige hundert  Meter vorher problemlos zurückgelegt. Warum es an dieser Stelle zu einem Schwindelanfall kommen konnte, wird in diesem Video gezeigt: vor dem Billetautomaten herrscht die höchste Strahlung im Areal.

Der zweite Fall betrifft einen Unfall in Necker. Necker ist eine Gegend, in der intensiver Funk faktisch unbekannt ist. Ein Unfall in einer solchen Region an einer übersichtlicher Strecke ist darum speziell geeignet, die These zu prüfen.

Die Darstellung des Ablaufs aus elektro-physiologischer Sicht hier in diesem  Video eine 76-jährige Frau überfährt einen Velofahrer auf einem Fussgängerstreifen, die Verkehrslage vorher ist durchaus übersichtlich.

Umso erstaunlicher dann das Messresultat auf der Fahrt zur Unfallstelle: festgestellt werden intensive Spitzen - auf den letzten 200 m vor dem Unfall:

Leistungsspitzen Necker

Der erste dargestellte peak ist am Beginn der Gerade vor dem Streifen. Kreuz ist Unfallstelle, letzter peak ist auf Höhe Swisscom-Gebäude.

Einen Eindruck der funktechnischen Belastung auf einer ansonsten völlig determinierten und kontrollierten Strecke bekommt man beim Ansehen dieses Films einer Messfahrt durch den Gotthardtunnel. Deutliche Spitzen und lange Perioden mit mässiger Strahlungsbelastung folgen sich im Takt. Bei Filmende, beim Portal Göschenen,  dann die Situation des Unfalls vom 27.1.17, wo ein älterer LKW-Fahrer auf die Gegenspur geriet; lange Schliessung und mehrere Kilometer Stau waren die Folge. Der Fahrer hat problemlos den langen Tunnel durchquert - die Kaskaden von Funksignalen bei der letzten S-Kurve haben ihn möglicherweise so beeinträchtigt, dass er vorübergehend lenkunfähig wurde.



Statistische Ausganglage und Erweiterungsvorschläge

Das ASTRA wertet die Strassenverkehrs-Unfälle periodisch aus, in einer Tabelle, die allerdings erst 2011 startete.

Die dafür verwendeten Kategorien erlauben die einfache Analyse einer wichtigen Risikogruppe – nämlich die älteren Fahrer - nicht. Mit der Zusammenfassung faktisch fast aller Fahrer über 35 Jahren in die Kategorie „Führerscheinalter 16+“ wird eine Differenzierung unmöglich.

Beachtlich ist auch, dass trotz aller Kategorisierung von den im Jahr 2015 erfassten Unfällen 9% unter „Nicht bekannte Ursache“ fielen.

Die bisher vom ASTRA ausgewerteten Kategorien* geben kaum Hinweise auf lenkerspezifische, somatische Voraussetzungen und Reaktionen bei älteren Fahrern.

*u.a.: Zustand des Lenkers (10%) Mangelhafte Bedienung des Fahrzeugs   (5%) Nichtgewähren des Vortritts (16%) Andere Fahrbewegungen (14%) Geschwindigkeit (9%)

Eine extreme Einschränkung der Analysemöglichkeit entsteht aus dem Fakt, dass Herz-Kreislauf-Attacken und Todesfälle im Verkehr nicht wie Unfälle, sondern wie ausserordentliche Todesfälle behandelt werden und somit nicht mehr referenzierbar sind.

Aus diesem Grund scheint eine systematisierte, umfassende Einzelfall-Analyse ein brauchbares Instrument, mehr Licht in die elektro-physikalische Umgebung von Verkehrsunfällen zu bringen.

Eine weitere spannende Aufgabe wäre es, die Anzahl der Unfälle in diesen Kategorien mit einer Periode vor 20 Jahren zu vergleichen; also noch vor dem Aufkommen des Mobilfunks, aber bereits mit dem Internet als Dokumentationsstrang.

Die aktuelle Einzelfall-Analyse wird in den nächsten Monaten vervollständigt und nach weiteren Kriterien ausgewertet.

Eigene Erfahrungen

Die Leserinnen und Leser dieses Beitrags sind herzlich eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen einzubringen.
Insbesondere interessiert mich brennend, welche körperlichen Umstände diese Art von Fehlsteuerungen im Verkehr erst möglich machten.

Diskussionsbeiträge sind ausdrücklich erwünscht.


St. Gallen, den 15.6.2016

 

Links zum Thema Elektrosmog